Öffentlich über das Sterben sprechen! – Fachtag zur Öffentlichkeitsarbeit in der Hospizarbeit

Am 15. Oktober haben über 60 Aktivist*innen aus der Hospizarbeit in Niedersachsen am Online-Fachtag zur Öffentlichkeitsarbeit teilgenommen. Der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN) hatte gemeinsam mit der Hospiz Stiftung Niedersachsen, dem Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen (HPVN) und dem Fachbereich Diakonie, Gesundheit und Soziales der Hochschule Hannover ein buntes Programm aus Vorträgen und interaktiven Workshops zusammengestellt. Mit dabei waren u.a. die Niedersächsische Sozialministerin Daniela Behrens, die Projektleiterin der Messe „Leben und Tod“ Meike Wengler und zahlreiche Fachmenschen aus dem Medienbereich.
Die Niedersächsische Sozialministerin Daniela Behrens bedankte sich in ihrer Video-Grußbotschaft für das außergewöhnliche Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen in der niedersächsischen Hospizarbeit. Getreu dem Motto „Tue Gutes und rede drüber“ warb sie dafür, den Dialog über Sterben, Tod und Trauer mutig in die Gesellschaft zu tragen und freute sich darüber, dass sich verstärkt auch jüngere Menschen offensiv mit dem Sterben beschäftigen.
Den Eröffnungsvortrag hielt Meike Wengler von der Messe Leben und Tod. Sie zeigte anhand der Messewerbung auf, dass man mit dem Sterbethema – was alles andere als „sexy“ sei – gut in der Öffentlichkeit landen kann. Plakate mit Promis, öffentliches Sargliegen in der Innenstadt oder griffige Slogans („Solange der Sarg passt, mache ich keine Diät“) erzeugen Aufmerksamkeit und bringen Humor und Leichtigkeit in ein oft tränenschweres Thema.
Anschließend hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, zwei der sechs Workshopangebote in angeleiteten Kleingruppen zu vertiefen. Die Bildungsreferentin Tinka Greve zeigte Möglichkeiten der diversitätssensiblen Öffentlichkeitsarbeit auf, Susanne Gruß von NOVUM! Werbemedien führte ein in das kleine 1×1 der effektiven Kommunikation und Lucia Loimayr-Wieland vom Hospizdienst Oldenburg stellte das Format „Death Café“ vor. Marc Amann lud dazu ein, den öffentlichen Raum mit kreativen Straßenaktionen für die Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen, indem z.B. ein Sensemann Passant*innen anspricht, ob er sie „ein Stück begleiten“ dürfe. Wie man Pressemitteilungen so gestaltet, dass Sie auch von Lokalredakteur*innen beachtet werden, vermittelte der ehemalige Chefredakteur Christoph Fricke. Die Studierenden Ella Anders und Chiara Heyer und Amely Schönthaler vom ambulanten Hospizdienst Luise und Corinna Hirschfeld vom Sozialdienst des Universitätsklinikum Heidelberg sensibilisierten dafür, wie Öffentlichkeitsarbeit gezielt jüngere Menschen ansprechen kann.
In einer abschließenden Tagungsreflexion wurde deutlich, dass sich die Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit in den letzten Jahren erheblich erweitert haben und Öffentlichkeitsarbeit heute sehr viel mehr ist als eine standardisierte Pressemitteilung an die Lokalzeitung. Der Tag hat viele neue Impulse zur Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit im Hospiz- und Palliativbereich gesetzt und eben dazu motiviert, öffentlich über das Sterben zu sprechen.

 

Öffentliche Online-Ringvorlesung „Was ist gutes Sterben?“ der Universität Hildesheim

Entscheidungen zum Lebensende sind Thema einer öffentlichen Ringvorlesung der Universität Hildesheim im Wintersemester 2021/22. Im Fokus stehen unter anderem vorsorgliche Willensbekundungen, Möglichkeiten der palliativen Versorgung oder das Thema Sterbehilfe. Auch die Frage des digitalen Nachlasses ist Thema des Beitrags.

Organisiert wird die acht Vorträge umfassende Ringvorlesung vom Cluster Pflege und Versorgungsorganisation am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Das Team greift damit das Themenjahr des Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN) auf.
Die Termine sind bis zum 21. Dezember 2021 immer dienstags von 18 – 19.30 Uhr zugänglich über:
https://zoom.us/j/99387357620

Meeting-ID: 993 8735 7620
Kenncode: 223155

Weitere Infos: Pressemeldung Ringvorlesung “Was ist gutes Sterben?” und Programm Ringvorlesung “Was ist gutes Sterben?”

Polite – Start der (online) Fragebogenerhebung

Das Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) führt ein Forschungsprojekt zur Analyse der Implementierung der „besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung“ (BQKPMV) in der Versorgungsrealität durch (Projekt Polite).
Sie sind Leistungserbringende der SAPV in Niedersachsen und Ihnen liegt die Versorgung von Menschen am Lebensende am Herzen? In diesem Fall bitten wir Sie um die Teilnahme an unserer Befragung. Sie haben den Fragebogen bereits postalisch von uns erhalten und wir werden in den nächsten Wochen erneut auf Sie zukommen. Melden Sie sich bei Fragen oder Anregungen gern per E-Mail unter oder telefonisch unter der 0511-532-4506.

Weitere Infos: https://mhh.de/allgmed/polite

Online Präsenz des GVP-Projektes freigeschaltet

Das Gemeinschaftsprojekt des HPVN und des LSHPN zur Koordination von Gesundheitlicher Versorgungsplanung auf regionaler Ebene ist ab sofort online zu finden.  Neben der Projektvorstellung („Idee“) sind unter „Materialien“ relevante Flyer und im Laufe des Projektes auch andere Materialien zu finden. Gerne senden wir Ihnen bei Interesse Printexemplare zu. Außerdem sind die relevanten Akteur*innengruppen unter „Vernetzung“ vorgestellt.  

Link zur Projektvorstellung: https://www.hospiz-nds.de/gvp-projekt/

Wie wollen wir sterben? – Festveranstaltung in der Marktkirche Hannover über das Lebensende

Am Mittwoch, den 8. September haben der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN), der Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen (HPVN) sowie die Hospiz-Stiftung Niedersachsen (HSN) eine Diskussionsveranstaltung zum Themenjahr „Was ist gutes Sterben?“ in der Marktkirche Hannover mit ca. 100 Gästen durchgeführt. Landesbischof Ralf Meister, die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt a.D. und viele andere diskutierten über ethische Fragen am Lebensende und notwendige Verbesserungen in der Hospizarbeit und Palliativversorgung in Niedersachsen.

2021_09_08PM Was ist gutes Sterben

 

   

 

G-BA verlängert Corona-Sonderregeln für SAPV

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat bestimmte Corona-Sonderregeln bis zum November 2021 verlängert. Dies betrifft u.a. das Entlassmanagement aus dem Krankenhaus. Krankenhausärzt*innen und -ärzte können bei Entlassung bis zu 14 Tage SAPV, ambulante Krankenpflege Soziotherapie sowie Hilfs- und Heilmittel verordnen, statt wie üblich 7 Tage. Ebenso sollen Arzneimittel bei Entlassung weiterhin flexibler verordnet werden.

Weitere Infos: https://www.g-ba.de/service/sonderregelungen-corona/

Neues Projekt zur Koordination von Gesundheitlicher Versorgungsplanung (GVP) in Niedersachen geht an den Start!

Liebe Interessierte,

seit August bin ich neue Mitarbeiterin des HPVN und nun kann es endlich losgehen mit dem GVP-Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit dem LSHPN durchgeführt wird! Ich bin Gesundheitswissenschaftlerin aus Bremen und habe in den letzten 9 Jahren in der allgemeinmedizinischen Forschung und in der Versorgungsforschung gearbeitet. Nun darf ich das GVP-Projekt koordinieren. Meine Schwerpunktthemen waren bisher der Patientenwille in der Versorgung am Lebensende und in den letzten Jahren habe ich ein Projekt zur Umsetzung von ACP im ambulanten Setting an der Universität in Oldenburg koordiniert. Im Zuge dessen habe ich auch die Ausbildung zur Gesprächsbegleiterin „Behandlung im Voraus planen“ und zur AEM zertifizierten Ethikberaterin im Gesundheitswesen absolviert.

Es ist mir die größte Freude, nun ein wenig praktischer als zuvor in der Forschung die Umsetzung von GVP vorantreiben zu dürfen! Hierzu wartet zunächst eine Bestandserhebung der Umsetzung von GVP nach § 132g, SGB V in Niedersachsen auf mich. Wir möchten gerne mit den Landkreisen und natürlich den umsetzenden Stellen zusammenarbeiten. Melden Sie sich also ab sofort gerne bei mir, wenn Sie GVP schon umsetzen, es planen oder auch einfach nur Fragen zu GVP oder dem Projekt haben!

Nach Bedarf biete ich im Laufe des Projektes gerne Beratung für Interessierte oder -Vernetzungsveranstaltungen für schon tätige GVPler*innen an. Ein ganz wichtiges Ziel ist auch die Vernetzung der GVP-Koordinator*innen in Niedersachen. Hier wollen wir als vernetzende Plattform agieren. Auch auf Niedersachsen-weiter Ebene wollen wir eine Erfahrungskonferenz durchführen und hoffentlich in zwei Jahren sehen, dass es möglichst viele GVP-Koordinator*innen in Niedersachsen gibt und die GVP-Umsetzung sich qualitativ sowie quantitativ stark weiterentwickelt hat.    

Umgang mit Sterbewünschen nach dem Wegfall des §217 – Fachtag mit Prof. Raymond Voltz zu Herausforderungen und Perspektiven bei der Suizidassistenz

Am 07.07.21 haben über 80 Interessierte am Online-Fachtag zum Umgang mit Sterbewünschen nach der Aufhebung des Verbots geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung teilgenommen. Der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN) und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Landesvertretung Niedersachsen/Bremen (DGP-LV NDS/HB) hatten Professor Dr. Raymond Voltz, Direktor des Zentrums für Palliativmedizin an der Uniklinik Köln eingeladen, um über dieses Thema zu informieren und zu diskutieren.

Kurzumfrage zu Erfahrungen und Einstellung der Teilnehmenden
Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Erfahrungen der Teilnehmenden zu diesem Thema mit einer Kurzumfrage erhoben. Dabei wurde deutlich, dass die Anfragen zu Suizidassistenz aus Sicht der Hälfte der Teilnehmenden zugenommen haben, während die Mehrheit bereits direkt um Suizidassistenz gebeten wurden sind. 63% fühlen sich regelmäßig oder manchmal von derartigen Anfragen überfordert. Auch spannend: Obwohl ein Drittel der Befragten eine andere Einstellung zur Suizidassistenz vertritt als die Organisation, in der sie arbeiten, sehen sich nur 3% der Teilnehmenden deswegen in einem Konflikt. Die Begleitung eines ärztlich assistierten Suizids wird von jedem Vierten grundsätzlich ausgeschlossen. 76% können sich dagegen entweder grundsätzlich oder „ungern“ vorstellen, einen ärztlich assistierten Suizid zu begleiten.

Klärung der eigenen und gemeinsamen Position wichtig
In dem anschließenden Vortrag ordnete Prof. Dr. Raymond Voltz die aktuelle Diskussion zur Suizidassistenz in Deutschland in die historische Entwicklung, die rechtliche Lage und die internationale Debatte ein. Die normative Denkweise in Deutschland mit der Trennung zwischen der Tötung auf Verlangen (§216) und dem assistierten Suizid (ehem. §217) stelle sich beispielsweise in den angelsächsischen Ländern anders da. Das Urteil des BVerG sei in diesem Kontext besonderes, weil es keine Reichweitenbeschränkung bei der Inanspruchnahme des Rechts auf Suizidassistenz mehr erlaube. Jede*r habe unabhängig vom Gesundheitszustand prinzipiell das Recht auf eine Unterstützung beim Suizid, solange der Wille hierzu freiverantwortlich, autonom und dauerhaft nachgewiesen werden könne. In besonderem Maße dürfte dieses Thema allerdings im Bereich der Hospizarbeit und Palliativversorgung auftreten, wo insbesondere Patient*innen mit längeren und leidvollen Erkrankungen (z.B. ALS, Parkinson, Multiple Sklerose) in hohem Maße Suizidwünsche äußern. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht jeder Äußerung zu diesem Thema auch eine suizidale Handlung nach sich ziehe und Lebenswunsch und Sterbenswunsch sich keinesfalls gegenseitig ausschließen müssen. Daher sei es für Mitarbeitende in diesem Bereich besonders wichtig, eine gemeinsame Haltung (persönlich, im Team, auf Trägerebene) zu entwickeln und sich aktiv zum Umgang mit Suizidwünschen fortzubilden.

Komplexes Thema erfordert offene Gespräche
Patient*innen in der Palliativversorgung haben oftmals das Bedürfnis, über Sterbewünsche und Suizidassistenz zu reden, sprechen das Thema aber nicht immer von sich aus eindeutig an. Daher sei es eine Aufgabe für Mitarbeitende in der Hospizarbeit und Palliativversorgung, sensibel für entsprechende Hinweise zu sein und dieses Thema auch selber proaktiv anzusprechen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Ansprechen von suizidalen Gedanken zu deren Entstehung oder Steigerung führe, während es aber andererseits als eine Art der Suizidprävention und Entlastung für die Betroffenen verstanden werden kann. Im Rahmen einer Studie konnte zudem gezeigt werden, dass Schulungen zu diesem Thema positive Auswirkungen auf die Mitarbeitenden und die Patienten haben.

Ausblick
Der Bundestag wird sich voraussichtlich in der nächsten Legislaturperiode mit einem neuen Gesetz zur Regelung der Suizidassistenz beschäftigen. Den in der Patientenversorgung und Hospizarbeit tätigen Akteuren ist dagegen schon jetzt empfohlen, sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen und hierzu eine Haltung zu entwickeln. Die Abwägung zwischen Fürsorge und Autonomie kann dabei je nach Situation und Hintergrund der Einrichtung herausfordernd sein. Dennoch ist ein solcher Prozess wichtig, um im Fall konkreter Anfragen eine sichere, transparente und verlässliche Regelung zu haben, an denen sich Mitarbeitende und Patient*innen orientieren können.

DGP lobt Preis für Hospizkultur und Palliativkompetenz in Einrichtungen der stat. Altenpflege aus

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin lobt einen Preis mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „Hospizkultur und Palliativkompetenz in Einrichtungen der stationären Altenpflege“ aus und stellt dafür ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.dgpalliativmedizin.de/images/210401_Ausschreibung_Preis_Palliativkompetenz_Hospizkultur_Altenpflege_2.pdf

Niedersächsischer Gesundheitspreis – Bewerbungen jetzt möglich

Der 11. Niedersächsische Gesundheitspreis steht ganz im Zeichen der COVID-19-Pandemie. Gesucht werden Beispiele für Gute Praxis aus den Bereichen

1) Psychische Gesundheit in jeder Lebensphase stärken,
2) Gemeinsam in Bewegung bleiben
3) eHealth – digital unterstützt in Behandlung, Pflege und Reha.

Bis zum 31.07.21 können Verbände, Institutionen, Initiativen, Unternehmen, Einzelpersonen und Fachleute aus der Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung ihre Projekte einreichen und sich auf die insgesamt 15.000€ Preisgeld (aufgeteilt auf die 3 Kategorien) bewerben. In den letzten Jahren waren auch Initiativen aus dem Bereich der Hospizarbeit und Palliativversorgung erfolgreich, z.B.: https://www.hospiz-palliativ-nds.de/niedersaechsischer-gesundheitspreis-fuer-hospizlich-palliative-versorgung-fuer-menschen-mit-kognitiven-einschraenkungen-diakonie-himmelsthuer-ausgezeichnet/

Weitere Infos: https://www.gesundheitspreis-niedersachsen.de/gesundheitspreis-2021/preiskategorien/

Tageshospize und palliativmedizinische Tageskliniken – Fachtag diskutiert Chancen und Herausforderungen einer noch jungen Versorgungsform in Deutschland

Am 30.06.21 haben knapp 40 Interessierte am Online Fachtag zu Tageshospizen und palliativmedizinischen Tageskliniken teilgenommen. Der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN), die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Landesvertretung Niedersachsen/Bremen (DGP-LV NDS/HB) und der Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen (HPVN) hatten zu dieser Veranstaltung eingeladen, um über das in Deutschland noch relativ neue Angebot der teilstationären Hospizarbeit und Palliativversorgung zu informieren.

In einem Einführungsvortrag präsentierte Beate Apolinarski von der Medizinischen Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin aktuelle Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt ABPATITE. Darin untersuchen die Wissenschaftler*innen den Bestand und den Bedarf für palliativmedizinische Tageskliniken und Tageshospize in Deutschland und entwickelt Empfehlungen zu ihrer Weiterentwicklung. Es wurde deutlich, dass die knapp 20 bisher in Deutschland existierenden Einrichtungen sehr unterschiedlich organisiert, finanziert und gestaltet sind. Zugleich gibt es eine große Dynamik bei der Neugründung derartige Einrichtungen, sodass mit einem rasanten Bedeutungszuwachs von Tageshospizen und palliativmedizinischen Tageskliniken in den nächsten Jahren zu rechnen ist.

Anschließend stellte die kurzfristig angefragte Hospizleiterin Schwester Gabriele Kahl das Uhlhorn Tageshospiz in Hannover vor. Die im September 2020 eröffnete Einrichtung ist räumlich an das bereits bestehende stationäre Hospiz angeschlossen, läuft praktisch und formal jedoch als eine eigenständige Einrichtung mit einem separaten Krankenkassenvertrag. Die bis zu sechs Gäste können in ruhiger und geschützter Atmosphäre an vier Tagen der Woche an einem breiten Angebot von gemeinsamen Mahlzeiten über Gespräche, kreative Beschäftigungen bis hin zu pflegerischer Versorgung teilnehmen. Eine gute Integration des Tageshospizes in die regionalen Versorgungsstrukturen garantiert nahtlose Übergänge zwischen den Schnittstellen.

Dr. Alfred Paul, Chefarzt der Klinik für Palliativmedizin am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau gab daraufhin einen Einblick in die dort angeschlossene palliativmedizinische Tagesklinik. Das Angebot richtet sich an Patient*innen mit komplexem palliativmedizinischen Behandlungsbedarf, die einerseits keine 24-stündige Krankenhausbetreuung brauchen oder wünschen, für die aber andererseits eine rein ambulante palliativmedizinische Betreuung nicht ausreicht. Dr. Paul präsentierte einen typischen Tagesablauf beginnend von der morgendlichen Begrüßung des Patienten, über ausführliche Gespräche und einer Optimierung der Schmerztherapie und der Symptombehandlung bis hin zur spätnachmittäglichen Verabschiedung und der Rückfahrt des Patienten in seine Wohnung. Durch die gute Kooperation mit den lokalen Versorgungsakteuren ermöglicht die Tagesklinik eine frühzeitige Integration der (spezialisierten) Palliativversorgung und kann dadurch unerwünschte stationäre Krankenhausaufenthalte reduzieren.

In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass teilstationäre Angebote der Hospizarbeit und Palliativversorgung für bestimmte Patientengruppen/Gäste und deren Angehörige eine sinnvolle, entlastende und angemessene Alternative zur vollstationären oder rein ambulanten Versorgung am Lebensende darstellen. Es gab ein großes Interesse an einer weiteren Vernetzung (Interessierte können sich gerne beim LSHPN melden: ) und den Wunsch, dass teilstationäre Angebote der Hospizarbeit und Palliativversorgung in die Regelversorgung integriert werden.

GVWG beschlossen – Bundesrat stimmt für Förderung regionaler Hospiz- und Palliativnetzwerke

Der Bundesrat hat am 25.06.21 dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) zugestimmt. Das Gesetz enthält u.a. die Einführung des §39d in das fünfte Sozialgesetzbuch, wodurch die Förderung für die Koordination von regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerken eingeführt wird. Angedacht ist eine Mischfinanzierung von regionalen Netzwerkkoordinator*innen durch Kreis, bzw. kreisfreie Stadt und Krankenkasse zu je 15.000 € (insgesamt 30.000 €). Aufgaben der Netzwerkkoordination sollen insbesondere sein: Unterstützung der Kooperation der regionalen Versorgungsakteure, Öffentlichkeitsarbeit, Initiierung, Koordination und Vermittlung von Fort- und Weiterbildungsangeboten und Schulungen, Vernetzung mit anderen lokalen Vernetzungsstrukturen (z.B. Pflegestützpunkte, Demenznetzwerke, etc.), Erfahrungsaustausch mit Einrichtungen der Kommunal- und Landesebene.
Weitere Infos: https://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2021/0501-0600/0511-21.html?nn=4353114

Palliativmedizinische Strukturen im Krankenaus – Fachveranstaltung diskutiert Tipps und Argumente

Am 23.06.21 haben 40 Teilnehmende an der Online-Fachveranstaltung zu palliativmedizinischen Strukturen im Krankenhaus teilgenommen. Die Landesvertretung Niedersachsen/Bremen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Landesstützunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN) hatten den DGP-Geschäftsführer Heiner Melching eingeladen, um über Tipps und Argumente zum Aufbau und zur Etablierung der Palliativmedizin im Krankenhaus ins Gespräch zu kommen. Neben einzelnen Palliativbetten und der Pallliativstation drehte sich der Austausch primär um die Palliativdienste im Krankenhaus, die im Jahr 2017 mit der OPS-Ziffer 8-98h ins DRG eingeführt wurden. Heiner Melching leitete lebendig und fokussiert durch das komplexe Feld der Krankenhausstrukturen, wusste auf alle Fragen zielführende Antworten und motivierte die Teilnehmenden zu einem selbstbewussten und klugen Engagement für die palliativmedizinischen Belange gegenüber den Geschäftsführungen der Krankenhäuser.

Bundestag stimmt für Förderung regionaler Hospiz- und Palliativnetzwerke – Zustimmung des Bundesrats am 25.6. erwartet

Der Bundestag hat am Freitag, den 11. Juni dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz, GVWG) zugestimmt. Das Gesetzespaket enthält u.a. die Einführung des §39d in das SGB V, welcher eine Förderung für die Koordination in Hospiz- und Palliativnetzwerken durch einen Netzwerkkoordinator vorsieht. Angedacht ist eine Mischfinanzierung von regionalen Netzwerkkoordinator*innen durch Kreis, bzw. kreisfreie Stadt und Krankenkasse zu je 15.000 € (insgesamt 30.000 €). Aufgaben der Netzwerkkoordination sollen insbesondere sein: Unterstützung der Kooperation der regionalen Versorgungsakteure, Öffentlichkeitsarbeit, Initiierung, Koordination und Vermittlung von Fort- und Weiterbildungsangeboten und Schulungen, Vernetzung mit anderen lokalen Vernetzungsstrukturen (z.B. Pflegestützpunkte, Demenznetzwerke, etc.), Erfahrungsaustausch mit Einrichtungen der Kommunal- und Landesebene.

Der Bundesrat wird in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 25.06. mit dem Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) befassen.

Weitere Infos: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw08-de-gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz-821784

2. Fachtag Soziale Arbeit in Palliativ Care an der Hochschule Hannover

Am 4. Juni 2021 fand an der Hochschule Hannover, Fakultät V, Diakonie, Gesundheit und Soziales bereits das 2. Niedersächsische Vernetzungstreffen „Perspektiven Sozialer Arbeit in Palliative Care“ im Online-Format statt. Die neue Veranstaltungsreihe stößt bundesweit auf positive Resonanz.
Berufspolitisches Handeln der Sozialen Arbeit am Lebensende muss stärker werden. Das war eine zentrale Erkenntnis der Veranstaltung.

https://f5.hs-hannover.de/aktuelles/news/berufspolitisches-handeln-der-sozialen-arbeit-am-lebensende-muss-staerker-werden/#

Kein Zwang zum Heimwechsel aufgrund von Behinderung – Landessozialgericht entscheidet über Verlegung von Pflegeheimbewohner

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat in einem Urteil vom 3. Mai entschieden, dass behinderte Pflegeheimbewohner nicht gegen ihren Willen in eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung wechseln müssen. Das zustände Sozialamt hatte die Übernahme der bisherigen Heimkosten verweigert mit der Begründung, dass eine Betreuung in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung bei seinen Einschränkungen geeigneter sei. Der betroffene Bewohner fühlte sich in seiner Pflegeeinrichtung wohl und klagte nun erfolgreich gegen diese Praxis des Sozialamtes, die vom LSG als unzulässiger Druck bewertet wurde:
Weitere Infos: https://landessozialgericht.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/kein-zwang-zum-heimwechsel-aufgrund-behinderung-200454.html

Betreuungsnetz eröffnet Instagram-Account

Am 26.05. eröffnet das Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V. offiziell seinen neuen Instagram-Account mit dem Namen: @versorgung.schwerkrankerkinder. Sie können den Account abonnieren und dadurch über die aktuellen Entwicklungen im Netzwerk auf dem Laufenden bleiben. Erst Anfang des Monats hat der LSHPN seinen Instagram-Account für das Themenjahr „Was ist gutes Sterben“ aufgesetzt: https://www.hospiz-palliativ-nds.de/was-ist-gutes-sterben-auf-social-media-folgen-sie-uns-auf-instagram-und-facebook/

„Was ist gutes Sterben?“ auf Social Media – Folgen Sie uns auf Instagram und Facebook

Das Themenjahr „Was ist gutes Sterben?“  findet sich nun auch auf den Social Media Plattformen Facebook und Instagram! Hier haben alle Nutzer*innen die Möglichkeit, sich über die neusten Aktionen und Eindrücke aus Niedersachsen auf dem Laufenden zu halten und mit uns ins Gespräch zu kommen. Teilen Sie ihre Eindrücke und Meinungen, verbinden Sie sich mit unseren Kanälen und beteiligen Sie sich an der Diskussion darüber, was für Sie persönlich gutes Sterben ausmacht und was wir als Gesellschaft dafür tun können.

Instagram: https://www.instagram.com/wasistgutessterben/ 

Facebook: https://www.facebook.com/wasistgutessterben

 

BMFSFJ fördert Modellprojekt aus Niedersachsen – Tageshospiz aus Braunschweig erhält Zuschlag

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat bundesweit 10 Modellprojekte zu Förderung im Rahmen des Pilotprogramms „Sterben wo man zu Hause ist“ ausgewählt. Gesucht wurden fachkundige Träger der Hospizarbeit und Palliativversorgung, Stiftungen, Vereine und Verbände, Kommunen und andere öffentliche oder gemeinnützige Organisationen, die ein innovatives Projekt konzipieren, planen und umsetzen. Gefördert werden Projekte im Bereich der ambulanten und teilstationären Versorgung und Betreuung sowie stationäre Hospize in struktur-schwachen Regionen.
Als eine von 102 Bewerbungen haben die Hospiz Braunschweig gGmbH und Diakonie-Stiftung im Braunschweiger Land mit Ihrem Konzept für ein Tageshospiz überzeugt und den Zuschlag erhalten. Der LSHPN freut sich über die Förderung dieser Initiative aus Niedersachsen und beglückwünscht die Projektverantwortlichen zu diesem Erfolg.