Problemanzeige Gesundheitliche Versorgungsplanung – LSHPN weist auf Schwierigkeiten bei der Implementierung hin

Seit In-Kraft-treten der Rahmenvereinbarung §132g, SGB V können Einrichtungen der Eingliederungshilfe und der stationären Altenpflege ihren Bewohner*innen eine Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (GVP) anbieten und diese über die Krankenkassen refinanzieren lassen. Der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN) begleitet und unterstützt die Einführung des Konzeptes in Niedersachsen, u.a. mit Fachtagen und einer Kontaktdatenbank für Gesprächsbegleiter*innen. Eineinhalb Jahre nach Einführung zeigen sich aber auch weiterhin strukturelle Probleme insbesondere hinsichtlich der Qualitätssicherung, der Ausbildung der Gesprächsbegleiter*innen, der regionalen Vernetzung und dem Umgang mit geschützten Dokumenten und Konzepten. Aus diesem Grund veröffentlicht der LSHPN nun eine Problemanzeige und benennt erste Lösungsvorschläge.

HINWEIS: Aufgrund einer missverständlichen Formulierung in der unsprünglichen Problemanzeige haben wir uns dazu entschieden, diese durch eine leicht modifizierte Version zu ersetzen.
Problemanzeige Gesundheitsliche Versorgungsplanung in NDS

„Schwimmen tut gut – Rock macht Mut!“

Am 23. August 2019 wird zum zehnten Mal das Annabad in Hannover Kleefeld für den guten Zweck gerockt. Unter dem Motto „Schwimmen tut gut – Rock macht Mut!“ sammelt das Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V. gemeinsam mit dem Team vom Annabad, zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und der musikalischen Unterstützung der Big Band der Tierärztlichen Hochschule Hannover „Rocking Vets“ Spenden für die Verbesserung der Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher in Niedersachsen.
Von 18:00 bis 21:00 Uhr können Groß und Klein sowie Jung und Alt nach Lust und Laune ihre „Bahnen ziehen“. Durch die Unterstützung von Schwimmbahnpaten wird jeder geschwommene Meter mit einer Spende von 5 Euro pro 100 Meter belohnt. Im vergangenen Jahr haben knapp 1000 Schwimmerinnen und Schwimmer mehr als 300 Kilometer erschwommen. An diesen großartigen Erfolg soll nun auch zum 10jährigen Jubiläum angeknüpft werden. Daher sind alle Freunde des kühlen Nass eingeladen, dabei zu sein. Die Organisatoren des Netzwerkes 
(Link zum Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e. V.) nehmen gern noch weitere Bahn-Spenden entgegen.

Seelsorge gehört zur palliativmedizinischen Komplexbehandlung – Sozialgericht Karlsruhe gibt Krankenhausträger Recht

Das Sozialgericht Karlsruhe hat zu einem Urteil im Februar 2019 zur Einbeziehung der Seelsorge in die stationäre Palliativversorgung nun die dazugehörige Pressemitteilung nachgeliefert. Nach Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) forderte eine Krankenkasse Geld vom Krankenhaus zurück, da die erbrachte seelsorgerische Leistung im Sinne der OPS-Ziffer 8-982 (palliativmedizinische Komplexbehandlung) nicht berücksichtigungsfähig sei. Das Sozialgericht stellte nun klar, dass die Seelsorge „integraler Bestandteil“ einer „aktiven, ganzheitlichen Behandlung zur Symptomkontrolle und psychosozialen Stabilisierung“ ist und daher voll anzuerkennen sei. Das Gericht bezieht sich dabei auf die einschlägigen Definitionen und Begriffseingrenzungen durch die einschlägigen Fachgesellschaften.
Weitere Infos: http://www.sozialgericht-karlsruhe.de/pb/,Lde/5704699/?LISTPAGE=5480885

Sterben lassen nicht strafbar – BGH spricht Ärzte frei

Am 3. Juli hat der Bundesgerichtshof (BGH) zwei Ärzte freigesprochen, die bei der Selbsttötung kranker Menschen nicht eingegriffen haben. Die Verstorbenen hatten die Absicht, sich durch die Einnahme tödlicher Medikamentendosen das Leben zu nehmen. Die anwesenden Mediziner wussten von diesem Vorhaben und haben keine lebensrettenden Maßnahmen ergriffen. Nun wurden sie letztinstanzlich von dem Vorwurf der Unterstützung von Selbsttötung freigesprochen. Das Gericht begründete das Urteil damit, dass es sich bei den Suiziden um die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts der sterbewilligen Frauen handelte, von dem die Ärzte wussten.
Weitere Infos: https://www.tagesschau.de/inland/sterbehilfe-urteil-101.html

EAPC veröffentlicht europäischen Palliative Care Atlas 2019

Pünktlich zum EAPC-Kongress 2019 in Berlin hat die europäische Palliativgesellschaft den „EAPC-Atlas of Palliative Care in Europe 2019“ herausgegeben. Der Atlas enthält übersichtlich und anschaulich wichtige Indikatoren zur Hospizarbeit und Palliativversorgung in den europäischen Ländern. Schwerpunkte liegen auf der Integration von Palliative Care in die verschiedenen Bereich des Gesundheitswesens, z.B. im Hinblick auf die Ausbildung, die Professionalisierung, die verschiedenen medizinischen Fächer sowie bezüglich des bürgerschaftlichen Engagements. Informationen zu Deutschland finden sich auf Seite 128f.
Download unter: http://hdl.handle.net/10171/56787

Hospizarbeit in anderen Sprachen – LSHPN veröffentlicht Poster zur Bewerbung der Einleger

Nach der Veröffentlichung der Einleger „Hospizarbeit auf arabisch, englisch, französisch, russisch und türkisch“ bietet der LSHPN nun ein Poster an, mit dem auf diese Einleger (z.B. an einem Infostand) aufmerksam gemacht werden kann. Der Landesstützpunkt hat damit eine Anregung eines Hospizvereines (Vielen Dank ins südliche Niedersachsen) aufgegriffen und umgesetzt. Das Poster kann im Downloadbereich heruntergeladen und selbst ausgedruckt werden. Ziel ist es, dass Menschen schon von weitem auf das Angebot aufmerksam werden.

Poster_Hospizarbeit in anderen Sprachen

Kein Recht auf tödliche Medikamente – Bundesverwaltungsgericht lehnt Klage ab

Das Bundesverwaltungsgericht hat am 28.5.19 den Antrag eines Ehepaars zum Kauf von Medikamenten in tödlicher Dosis beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfAM) in letzter Instanz abgewiesen. Die Klagenden hatten argumentiert, dass der Staat laut Grundgesetz dazu verpflichtet sei, Ihnen ein würdiges Sterben zu ermöglichen. In einem Urteil von 2017 hatte das Gericht geurteilt, dass der Staat den Erwerb tödlicher Medikamente in Ausnahme- und Extremfällen ermöglichen müsse. Hierzu gehört beispielsweise das Vorliegen einer unheilbaren Erkrankung mit gravierenden körperlichen Leiden, unerträglichen Schmerzen und unzumutbarem Leidensdruck. Die Ehepartner würden zwar ein Nachlassen ihrer Kräfte wahrnehmen, erfüllen aber nicht die Kriterien der besonderen Notsituation.
In einigen Monaten wird ein grundsätzliches Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des Paragraphen § 217 des Strafgesetzbuchs (StGB) erwartet. Darin geht es um das Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid – und damit mittelbar um die Frage, inwiefern das Grundgesetz ein Recht auf ein „selbstbestimmtes Sterben“ beinhaltet.
Weitere Infos auf Tagesschau.de

10 Jahre Messe LEBEN UND TOD in Bremen

…und der LSHPN war wie in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen e. V. und der Hospiz Stiftung Niedersachsen an einem Messestand vertreten. An den beiden Tagen gab es vielfältige Kontakte zu Privatbesuchern und Aktiven aus der Hospiz- und Palliativszene aus dem gesamten Bundesgebiet – für den LSHPN ein voller Erfolg.

Pressemeldung Leben und Tod

Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe – Verfassungsgericht prüft §217

Am 16. und 17. April finden am Bundesverfassungsgericht zwei Verhandlungstage zum §217 des StGB statt, der die „geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“ in Deutschland unter Strafe stellt. Der Paragraph wurde Ende 2015 eingeführt und soll verhindern, dass Sterbehilfeorganisationen, Einrichtungen aber auch Einzelpersonen die Beihilfe zur Selbsttötung gewerblich und auf Wiederholung angelegt anbieten.
Schwer erkrankte Menschen, Sterbehilfevereine aus Deutschland und Ärzte haben Klage eingereicht, da dieser Paragraf ihrer Meinung nach gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht verstoße. Sie fordern ein Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben und wünschen sich, dass Ärzt*innen bei der Umsetzung aktiver mitwirken dürfen sollen. Nach aktueller Rechtslage ist die Beihilfe zur Selbsttötung weiterhin erlaubt sofern sie nicht geschäftsmäßig betrieben werde.
Die Bundesärztekammer, die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und andere Verbände vertreten dagegen die Auffassung, dass es keine ärztliche Aufgabe sei, Menschen zu töten oder diese bei Ihrer Selbsttötung aktiv zu unterstützen. Vielmehr müsse alles dafür getan werden, die letzte Lebensphase so angenehm wie möglich zu gestalten und sich offen und respektvoll mit den Sterbewünschen der Betroffenen auseinanderzusetzen. Offene Gespräche und Angebote der Palliativversorgung und der Hospizbegleitung können häufig andere Perspektiven aufzeigen und ein würdevolles und schmerzfreies Sterben ermöglichen.

Weitere Infos: Tagesschau.de

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey würdigt 95 junge Ehrenamtliche für ihr Engagement in der Hospizarbeit

Unter dem Motto „Letzte Wege begleiten. Mehr als ein Ehrenamt“ hat am 5. April 2019 Dr. Franziska Giffey 95 junge Ehrenamtliche aus der bundesweiten Hospizarbeit und

Palliativversorgung nach Berlin eingeladen, um sie für ihr Engagement auszuzeichnen und mit ihnen über die ehrenamtliche Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen zu sprechen.
Die Ehrenamtlichen erhielten Urkunden, die zum einen ihren Einsatz würdigen und zum anderen die Möglichkeit geben, die erworbenen Kompetenzen und das Engagement im weiteren Leben nachzuweisen wie beispielsweise bei Bewerbungen für eine Ausbildung, einen Studienplatz oder einen Job.
Weitere Informationen

Prof. Dr. Hardinghaus mit den geehrten jungen Ehrenamtlichen aus Niedersachsen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, SPD, nimmt im Umweltforum an der Veranstaltung ‘ Ehrenamt im Hospiz ‘ teil. Berlin, 05.04.2019. Copyright: Thomas Trutschel/ photothek.net [Tel. +493028097440 – www.photothek.net – Jegliche Verwendung nur gegen Honorar und Beleg. Urheber-/Agenturvermerk wird nach Paragraph13 UrhG ausdruecklich verlangt! Es gelten ausschliesslich unsere AGB.]