Bitte um Infos zu Regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerken

Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke unterstützen die lokale Zusammenarbeit der Versorgungsakteure zur Verbesserung der Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Patient*innen und ihren Angehörigen. Im Rahmen des vom Innovationsfonds geförderten Projektes HOPAN untersucht ein Forschungsteam des Instituts für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover den Bestand der regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland und entwickelt Empfehlungen zur Netzwerkarbeit. Hierfür möchte das Team möglichst alle bestehenden regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland identifizieren (unabhängig von der Förderung nach § 39d SGB V).

Deshalb die Bitte: Wenn Sie in Ihrer Region ein regionales Hospiz- und Palliativnetzwerk kennen oder in einem solchen mitarbeiten, tragen Sie bitte die Grunddaten ihres Netzwerkes in die Online-Abfrage ein (Dauer: 5 min), damit das Projektteam seine Bestandanalyse vervollständigen kann: https://webext.mh-hannover.de/soscisurvey/HOPAN/.

Wir als Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen unterstützen das Projekt als Kooperationspartner und möchten Sie ebenfalls um Ihre Unterstützung bitten!

Projekt HOPAN

ZDF 37 Grad:„Der Tod: Die beste Entscheidung meines Lebens“

Die Reportagereihe „37 Grad“ hat in der vergangenen Woche mit der Folge „Der Tod: Die beste Entscheidung meines Lebens“ einen jungen Mann begleitet, der nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist und sich für den assistierten Suizid entschieden hat.
Sehr einfühlsam und anrührend werden die verschiedenen Sichtweisen, die des jungen Mannes, seiner Mutter, seines Bruders und seiner Ex-Freundin dargelegt und es wird deutlich, dass es mit einer eindeutigen Position für oder gegen die Sterbehilfe nicht so einfach ist.
Diese „37 Grad“ Folge ist ein sehr lohnender Beitrag für alle, die neu in die Themen und Fragestellungen um den assistierten Suizid einsteigen und auch für die, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen.
Darüber hinaus hat das ZDF auf der Seite, die zur Dokumentation führt noch einige wertvolle Informationen zum Thema Sterbehilfe in Deutschland zusammengestellt.
https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad

Empfehlungen zur Weiterentwicklung der “Besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung” (BQKPMV) liegen vor

Das Forschungsprojekt der Medizinischen Hochschule Hannover in Kooperation mit dem Landesstützpunkt ist abgeschlossen.
Die Ergebnisse einer Analyse der Implementierung der “Besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung” (BQKPMV) in der Versorgungsrealität und Empfehlungen zur Weiterentwicklung – Polite finden Sie unter: https://www.mhh.de/allgmed/polite

Unterstützungsgespräche für An- und Zugehörige von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs

Brustkrebs betrifft oftmals nicht nur die betroffene Person selbst, sondern auch ihr nahestehenden Menschen. Das von der Universität Osnabrück und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) durchgeführte Forschungsprojekt „Gemeinsam sorgen bei fortgeschrittenem Brustkrebs (Gesi-BK)“ bietet An- und Zugehörigen von Menschen mit metastasierten Brustkrebs die Möglichkeit, sich mit einer Pflegeexpertin der MHH auszutauschen.
Bei diesem kostenlosen Unterstützungsgespräch erhalten sie bedarfsgerechte Informationen und Hilfsangebote. Sie finden in der Häuslichkeit oder in der MHH statt. Die Ziele des Projekts sind zu erfahren, welchen Unterstützungsbedarf sich An- und Zugehörige wünschen sowie deren Handlungskompetenz zu verbessern. Darüber hinaus wird die Bereitschaft zur Nutzung technischer Anwendungen ermittelt.
Diese Ergebnisse dienen als Grundlage für die Entwicklung eines digital gestützten Anwenderprogramms wie einer App.
Für die Studienteilnahme ist aus ethischen Gründen die Einwilligung der erkrankten Person erforderlich.
Sind Sie selbst An-oder Zugehörige*r oder kennen jemanden, der von dieser Studienteilnahme profitieren könnte?
Dann melden Sie sich gerne bei:
Sina Liesener (Mitarbeiterin Gesi-BK & Pflegeexpertin MHH), Tel: 0511 532-19750, oder leiten den Kontakt gerne weiter

Sven Schwabe verlässt Landesstützpunkt – Dankbar für 6 schöne Jahre

Zum 1. Januar wird Dr. Sven Schwabe den Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung nach sechseinhalb Jahren verlassen. Herr Schwabe war im Sommer 2016 von der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Bonn zum Landesstützpunkt gewechselt. Er war primär für die Themenfelder Palliativversorgung, Altenpflege, Eingliederungshilfe und Advance Care Planning verantwortlich. Seine Aufgabenfelder werden in Zukunft von unserer neuen Referentin Elke Schick übernommen. Wir bedanken uns bei Sven Schwabe für sein vielfältiges Engagement und wünschen ihm für seinen weiteren Werdegang als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover alles Gute. Auch als Sprecher der DGP Landesvertretung Niedersachsen/Bremen wird er weiter mit unserer Arbeit verbunden bleiben. Sie können Sven Schwabe zukünftig erreichen unter:

Neue Arbeitsgruppe „Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke“

Am 23. Januar 2023 wird sich die vom Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen e. V.  frisch ins Leben gerufene Arbeitsgruppe „Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke“ zum ersten Mal treffen. Der Themenfokus der Gruppe ist die in diesem Jahr erlassene Förderrichtlinie zum §39d des SGB VI, die die Finanzierung von Netzwerkarbeit unterstützen soll.
In der Arbeitsgruppe können sich Interessierte aus der Hospiz- und Palliativarbeit und aus Kommunen über ihre Fragen und Ideen zur Förderrichtlinie austauschen. Parallel kann hier auch konkrete Vernetzung stattfinden, an Anträgen und Lösungen für Problemen gearbeitet werden.
Das Interesse am Thema war bereits in diesem Jahr groß: Im August hat der Landesstützpunkt eine sehr gut besuchte Informationsveranstaltung zum Thema abgehalten, in deren Anschluss sich der Bedarf nach einem kontinuierlichen Austausch zeigte.
Wie bei den bereits bestehenden Arbeitsgruppen auch, planen wir vier Treffen pro Jahr und die Veranstaltung von Fachtagungen. Wir vom Landesstützpunkt freuen uns darauf!
Wenn Sie an den Treffen der AG teilnehmen möchten, oder auch nur über deren Arbeit unterrichtet werden, melden Sie sich bei uns. Wir nehmen Sie gerne in unseren Verteiler auf.

Neue Beschwerdestelle Pflege Niedersachsen stellt sich vor

Die pflegerische Versorgung von Menschen bietet für alle Beteiligten ein hohes Konfliktpotential. Die verschiedenen Interessen aller Beteiligten – den Pflegebedürftigen, beruflich Pflegenden und Angehörigen – können bereits bei so alltäglichen Dingen wie dem Waschen miteinander kollidieren.
Für Konfliktsituationen, Unsicherheiten und Fragen bezüglich der pflegerischen Versorgung gibt es seit Mitte 2022 mit der Beschwerdestelle Pflege einen neuen Ansprechpunkt in Niedersachsen. Dabei soll der Schwerpunkt vor allem auf Beratung, Information und Unterstützung liegen.
Bisher konnten Menschen sich mit Beschwerden über pflegerische Versorgung an die Leitung des Pflegeheims oder andere Vorgesetzte, den Medizinischen Dienst oder im schlimmsten Fall an die Polizei wenden. Alle drei Wege setzen eine bereits eskalierte Konfliktsituation und vor allem Wissen über die eigenen Rechte voraus. Die neutral und weisungsungebundene Beschwerdestelle dient dazu, diese Hürden zu beseitigen. An sie kann man sich bereits dann wenden, wenn nur Fragen zur Pflege bestehen.
Eine weitere wichtige Funktion dieser Anlaufstelle ist das Angebot an beruflich Pflegende. Diese können sich bei Bedenken bezüglich der Versorgung von Pflegebedürftigen an die Referentin, Daniele Hunlede, und den Sachbearbeiter, Thilo Meyer, wenden. Neben der Beratung ist eine weitere Kernaufgabe der Stelle das Weitergeben von Fällen an die zuständigen Instanzen.
Mit ihrem gesetzlichen Auftrag „sich für die Wahrung der Rechte von pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen sowie Beschäftigten von Pflegeeinrichtungen einzusetzen“ soll die Beschwerdestelle Missstände früher aufdecken. Damit kann sie auch eine gute Anlaufstelle für Ehrenamtliche oder Koordinator*innen von Hospizdiensten sein, die in ihrer Arbeit ja auch regelmäßig Einblick in pflegerische Versorgung von Patient*innen haben.
Einmal pro Jahr berichtet die Beschwerdestelle über ihre Arbeit an den Niedersächsischen Landtag und die Landesregierung. So sollen wichtige Schwerpunktthemen ihren Weg in die Politik finden. Die gesetzliche Grundlage für die Beschwerdestelle ist im Rahmen der Novelle des Niedersächsischen Pflegegesetzes (NPflegeG) entstanden. Diese ist Teil der Konzertierten Aktion Pflege Niedersachsen (KAP.Ni).

Weitere Infos:

Änderung des Betreuungsrechts ab Januar 2023 – Notvertretungsrecht für medizinische Behandlung durch Ehe- und eingetragene Lebenspartner*innen

Zum 1. Januar 2023 tritt eine Änderung des Betreuungsrechts in Kraft, die auch Auswirkungen auf die Betreuung und Vertretung am Lebensende haben dürfte. Dabei wird u.a. eine sogenannte Ehegattennotvertretung für ärztliche Behandlungen eingeführt, die es in bestimmten Bereichen und für max. 6 Monate ermöglicht, dass Ehegatt*innen oder eingetragene Lebenspartner*innen füreinander medizinische Entscheidungen treffen können, wenn der Partner aufgrund von Bewusstlosigkeit oder Krankheit hierzu nicht in der Lage ist – auch dann, wenn keine Vorsorgevollmacht vorliegt. Bis dahin war in solchen Fällen eine gesetzliche Betreuung bestellt wurden.

Weitere Infos: https://www.n-tv.de/ratgeber/Reform-des-Betreuungsrechts-Das-aendert-sich-2023-fuer-Betreute-und-Betreuer-article23709882.html

Tag des Ehrenamtes 2022

Zahlreiche ehrenamtlich Engagierte bringen sich auf vielfältige Art und Weise in die Arbeit der örtlichen stationären Hospize und den Hospizdiensten ein. Ob in der Sterbe- und Trauerbegleitung, im Vorstand, im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit oder im Garten, die ehrenamtlich Tätigen sind eine, wenn nicht DIE, tragende Säule der Hospizarbeit.

„Unsere Ehrenamtlichen verstehen sich auch über dreißig Jahre nach den bürgerbewegten Anfängen der Hospizbewegung als Bürger-bzw. Bürgerinnenbewegung…“ so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes. „Als zentrale Aufgabe begreifen sie bis heute die umfassende Begleitung schwerstkranker, sterbender und trauernder Menschen. Und es ist genau dieses Verständnis von Sorge und Miteinander, dass unsere Gesellschaft auch in Zukunft braucht.“

Neuregelung der Suizidassistenz – Rechtsausschuss des Bundestages berät über Gesetzesentwürfe

Am 28.11. hat der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages in einer langen Sitzung intensiv über eine mögliche Neuregelung der Suizidassistenz beraten. Es wurden zahlreiche Expert*innen angehört und die aktuellen Gesetzesvorschläge diskutiert.

Eine Zusammenfassung der Debatte und der Videomitschnitt der Sitzung sind einsehbar unter: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2022/kw48-pa-recht-917960

Onlineumfrage für An- und Zugehörige von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs

Pflegende An- und Zugehörige von erkrankten Menschen stehen oft mit ihrer Belastung alleine da. Eine Lösung für dieses Problem erforscht das vom BMBF geförderte Projekt “Gemeinsam sorgen bei fortgeschrittenem Brustkrebs” (Gesi-BK), das an der Universität Osnabrück und der Medizinischen Hochschule Hannover angesiedelt ist.
Konkret geht es hier um Möglichkeiten der digitalen Vernetzung und Unterstützung für pflegende An- und Zugehörige von an Brustkrebs erkrankten Menschen in der letzten Lebensphase. Um zu erfassen, wie ein sinnvolles digitales Angebot aussehen sollte, wurde eine Umfrage konzipiert, an der Betroffene teilnehmen können.
 
Die Umfrage ist unter der URL https://tinyurl.com/msktb4ua erreichbar. Das Team der Gesi-BK freut sich über eine rege Nutzung des Angebots.
 

Einigung zu den SAPV-Rahmenverträgen ist erfolgt!

Nach intensiven Verhandlungen und einem Schiedsverfahren wurden die Inhalte der Rahmenverträge über die Durchführung der Leistungen der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene festgesetzt. Die Rahmenverträge wurden am 14.11.2022 veröffentlicht. Ziel der Rahmenverträge ist es, die Grundlagen für eine qualitativ hochwertige Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen zu schaffen.
Aus Sicht des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV), der als Dachverband der Hospizarbeit und Palliativversorgung Vertragspartner der Rahmenverträge ist, sind neben weiteren Regelungen zwei sehr wichtige Punkte für eine umfassende spezialisierte Versorgung in den Vertrag aufgenommen worden: eine Mindestpersonalausstattung der Teams sowie die verpflichtende Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizdiensten.
Der verpflichtende Einbezug einer psychosozialen Fachkraft in die Teams der SAPV wurde darüber hinaus in den Bundesrahmenvertrag für Kinder und Jugendliche aufgenommen. Eine Übernahme dieser Regelung auch für den Vertrag für die Versorgung Erwachsener ist leider nicht erfolgt.
Der DHPV wertet den Bundesrahmenvertrag als ein Schritt in die richtige Richtung hin zu einer, qualitativ hochwertigen Versorgung mit SAPV. Regelt er doch, dass schwerstkranke und sterbende Menschen bundesweit unter gleichen Bedingungen gut versorgt werden können.
Der Bundesrahmenvertrag tritt zum 01.01.2023 in Kraft.
Weitere Informationen unter: https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hospiz_und_palliativversorgung/sapv_start/start_sapv.jsp

Zweitätige Präsenzveranstaltung „Umgang mit Fragestellungen zum assistierten Suizid aus palliativmedizinischer Sicht“ – 36 Teilnehmende informierten, diskutierten und tauschen sich am 11.11. und 12.11.2022 im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen aus!

Am Freitag den 11.11. und Samstag den 12.11.2022 tauschten sich 36 Teilnehmende aus dem Bereich der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) intensiv zum Thema „Umgang mit Fragestellungen zum assistierten Suizid aus palliativmedizinischer Sicht“ im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen aus. Ausrichter der Präsensveranstaltung waren das PalliativNetz Deister-Vorland (PNDV) und der Fachverband für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung Niedersachsen (FV SAPV) in Kooperation mit dem Landesstützpunt für Hospizarbeit und Palliativversorgung mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.
Die Veranstaltung begann mit der Begrüßung durch Frau Ines Finger, 1. Vorsitzende und Koordinatorin des PNDV und Frau Cora Schulze, 1. Vorsitzende und Geschäftsführerin des FV SAPV.
Am 11.11.2022 folgten von 15:00 bis 19:00 Uhr folgende Vorträge:

  • Assistierter Suizid – Rechtliche Grundlagen und Entwicklung
    Referent: Dr. Sven Schwabe, LSHPN
  • Workshop Assistierter Suizid – Wording/Begrifflichkeiten –
    Referent: Dr. Carsten Rädisch, PNDV
  • Assistierter Suizid – Zum ethischen Entscheidungsprozess bei Anfragen zur Suizidhilfe
    Referent: Prof. Dr. Michael Coors, Universität Zürich, Institut für Sozialethik
  • Assistierter Suizid – Befunde aus der wissenschaftlichen Forschung
    Referent: Dr. Sven Schwabe, LSHPN

Im Anschluss an die Vorträge tauschten sich die Teilnehmenden im Rahmen eines gemütlichen Abendessens und einem Umtrunk weiter aus. Am nächsten Tag begann die Veranstaltung mit einem stärkenden Frühstück in dessen Anschluss die Teilnehmenden in die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema gingen.

Am 12.11.2022 fand von 08:30 – 15:30 Uhr ein Workshop unter der Moderation von Herrn Coors statt. Zu Beginn positionierten sich die Teilnehmenden zu 5 unterschiedlichen Fragestellungen mit Bezug zur Suizidhilfe und gaben Rückmeldungen zu ihrer Position. Es folgte die Arbeit in Kleingruppen, in denen die Teilnehmenden zu ihren persönlichen und beruflichen Erfahrungen und zu der Frage diskutierten, wo für sie die Beihilfe für den Suizid beginnt und endet. Die Ergebnisse wurden mit allen Teilnehmenden ausgetauscht. Es folgte eine Kleingruppenarbeit zu den Vor- und Nachteilen, aber auch Herausforderungen, wenn das Thema Suizidassistenz mit den Patienten und deren Angehörigen offen kommuniziert wird. Auch diese Erfahrungsberichte wurden im Anschluss mit allen Teilnehmenden geteilt. Nach einem kleinen Imbiss ging es direkt mit der Arbeit in Kleingruppen weiter. Die Teilnehmenden sollten anhand eines Fallbeispiels Handlungsoptionen erarbeiten. Im Anschluss wurden die Handlungsoptionen anhand einer Farbskala, von rot = würden wir nicht durchführen bis grün = würden wir in jedem Fall machen, von den Teilnehmenden eingeordnet. Im Anschluss wurden alle Positionierungen auf Konsensfähigkeit mit allen Teilnehmenden abgestimmt. Es folgte erneut eine Kleingruppenarbeit dazu, welche Folgen Entscheidungen der Teilnehmenden für ihre Teams haben können und welche Möglichkeiten oder Grenzen es im Rahmen einer Teamarbeit gibt. Die Teilnehmenden waren sich einige, dass ihr Tätigkeitsschwerpunkt in der Palliativversorgung liegt und dass Maßnahmen zur Begleitung der Hilfe zum Suizid hiervon deutlich abzugrenzen sind. Sollte ein SAPV-Team im Einzelfall Hilfe beim Suizid leisten z.B. in dem Kontaktdaten weitergegeben werden, sollte dies nur erfolgen, wenn zu der Hilfestellung und dem Vorgehen Konsens im Team herrscht. Ein offenes wertfreies Gespräch bei Sterbewünschen wurde von allen Teilnehmenden als essenzieller Bestandteil der Palliativversorgung gesehen und ist dem Betroffenen immer anzubieten. Zum Veranstaltungsende gab es von Herrn Coors auf Wunsch der Teilnehmenden einen kurzen Einblick auf dieses Thema aus theologischer Sicht.

Sterbebilder im Wandel – Tagungsband publiziert

Am 23. und 24. September 2021 haben der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen und das Zentrum für Gesundheitsethik in Hannover die interdisziplinäre Tagung zum Thema „Sterbebilder. Vorstellungen und Konzepte im Wandel“ organisiert. Knapp ein Jahr später ist nun im renommierten Kohlhammer-Verlag der gleichnamige Tagungsband erschienen. Er enthält die zu Aufsätzen ausgearbeiteten Tagungsbeiträge der Referent:innen und zahlreiche spannende Literaturhinweise zur Vertiefung.

Weitere Infos und Bestellung des Sammelbandes: https://shop.kohlhammer.de/sterbebilder-41042.html#147=19

Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke – Frist zur Beantragung von Fördermitteln für 2023 verlängert

Seit diesem Jahr kann die Förderung einer Koordinationsstelle für Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke nach §39d SGB V anteilsmäßig aus Mitteln der gesetzlichen Krankenkasse gefördert werden. Die ursprüngliche Frist zur Antragsstellung für das Jahr 2023 war auf den 31.09.2022 datiert und wurde nun bis zum 31.12.2022 verlängert. Fragen zur Antragsstellung können direkt an die IKK-Classic gerichtet werden, die Antragsdokumente erhalten Sie auf Anfrage ebenfalls beim Landesstützpunkt unter: .

Neue Referentin im Landesstützpunkt – Elke Schick stellt sich vor

Bereits während meines Studiums der Religionswissenschaft lag einer meiner Schwerpunkte auf den Themen Sterbe- und Bestattungsritualen und Vorstellungen vom Tod. Beruflich hat es mich nach dem Diplom in eine ganz andere Richtung verschlagen. Als IT-Consultant und Redakteurin für ein Technik-Magazin war es eine meiner Hauptaufgaben komplexe Themen so zu vermitteln, dass sie ohne Vorwissen verständlich sind. Neben dem Schreiben von eigenen Artikeln habe ich mit Vorträgen, Workshops und einer Elektronik-AG viele praktische Erfahrungen gesammelt. Weitere Schwerpunktthemen meiner Arbeit waren die sozialen Auswirkungen und die Ethik von technischen Entwicklungen.
Die Hospizbewegung und palliative Versorgung habe ich dadurch kennen gelernt, dass meine Familie sie brauchte. Die praktische und zwischenmenschliche Hilfe, die sie Sterbenden und ihren Angehörigen bietet, finde ich unschätzbar wertvoll. Da ich diese Arbeit unterstützen und mehr über den Tod und das Sterben lernen wollte, begann ich zum Anfang des Jahres 2022 als ehrenamtliche Sterbebegleitung beim APHD in Hannover.
Ich bin sehr gespannt auf all die neuen Themen, die meine Arbeit als Referentin mit sich bringen wird und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!

Segeln hart am Wind – LSHPN auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin

Vom 28.09.-01.10 findet in Bremen der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin unter dem Motto “Segeln hart am Wind” statt. Über 1000 Teilnehmende diskutieren drei Tage lang über eine breite Pallette von Themen rund um das Lebensende, von Advance Care Planing über ambulante Palliativversorgung bis hin zur Suizidassistenz. Der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen ist selber mit einem Messestand vertreten und hat gemeinsam mit der DGP-Landesvertretung Niedersachsen/Bremen und dem Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover einen Workshop zum Thema Tageshospize und palliativmedizinische Tageskliniken angeboten. Wir freuen uns über die vielen anregenden und vor allem persönlichen Gespräche und laden herzlich dazu ein, uns auf dem Kongress zu besuchen.

Erfahrungskonferenz Trauerbegleitung der Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur

Resilienz – Was hilft in Trauer und Krise?
Mit dieser Frage haben sich die Teilnehmenden der diesjährigen Erfahrungskonferenz Trauerbegleitung am 22. September 2022 beschäftigt. Die Veranstaltung konnte nach zwei Jahren nun wieder in Präsenz stattfinden, einige Gäste waren online zugeschaltet.
Die Referierenden haben die Fragestellung in ihren Beiträgen am Vormittag aufgegriffen und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Petra Kölln, Dipl. Pädagogin und Systemische Therapeutin aus Soltau betrachtete Bewältigungsstrategien in einer Krise unter der Überschrift „Lebensübergänge – wenn das Vertraute nicht mehr trägt…“
Petra Brenner, Traumapädagogin, Supervisorin und pädagogische Leitung des LÖWENZAHN Zentrums für trauernde Kinder und Jugendliche aus Hannover referierte über die innere Haltung in der Sterbe- und Trauerbegleitung und der Sorge und Selbstsorge in herausfordernden Zeiten und Jan S. Möllers, Bestatter und Kulturanthropologe aus Berlin hat in seinem Impulsvortrag die ersten Trittsteine der Trauerbegleitung zwischen Sterbestunde und Grablegung beschrieben.
Nach einer kurzen und intensiven Diskussionsrunde, an der sich auch das Publikum angeregt beteiligt und vielfältige Erfahrungen eingebracht hat ging nach der Mittagspause weiter, mit vier Workshops, die das Thema Resilienz nochmals aufgegriffen haben.
Das war eine gelungene Erfahrungskonferenz Trauerbegleitung, professionell und fröhlich moderiert, von Michael Frey und gefördert, vom Land Niedersachsen durch den Landesstützpunkt für Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen.

„Umgang mit Sterbewünschen in Pflegeeinrichtungen“ – Fachtag mit 233 Teilnehmenden diskutierte über Versorgung am Lebensende

Am Dienstag, den 06.07.2022 fand ein Fachtag mit 233 Teilnehmenden zum Thema „Umgang mit Sterbewünschen in Pflegeeinrichtungen“ im Hanns-Lilje Haus in Hannover statt. Ausrichter der Hybridveranstaltung waren das Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG) in Kooperation mit dem Landesstützpunkt für Hospizarbeit und Palliativversorgung (LSHPN), der Diakonie Niedersachsen und dem Fachreferat ambulante Palliativversorgung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Landesvertretung Niedersachsen/Bremen.

Die Veranstaltung begann mit der Begrüßung durch Frau Dr. Dorothee Arnold-Krüger (ZfG) und Herrn Dr. Sven Schwabe (LSHPN).

Dann folgten bis zur Mittagspause folgende Vorträge:

  • Umgang mit Sterbewünschen, Referent: Herr Prof. Raymund Volz; Moderation: Frau Friederike Busse
  • Formen der Lebensbeendigung aus medizinischer Sicht, Referent: Herr Dr. Christof Ronge; Moderation: Frau Cora Schulze
  • Rechtliche Aspekte bei der Lebensbeendigung, Referentin: Frau Prof. Beck; Moderation: Frau Dr. Dorothee Arnold-Krüger

Nach der Mittagspause hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit sowohl in Präsenz als auch online an unterschiedlichen Workshops teilzunehmen.

Die angebotenen Workshop-Themen waren:

  • Haltungsfindung in Grenzsituationen – von subjektiven Erfahrungen über dialogische Reflektion zu einer gemeinsamen Haltung; Referentin: Frau Isabel Kleibrink/Deutscher Hospiz- und PalliativVerband
  • Pflegefachpersonen: Die eigene ethische Position vertreten; Referentin: Frau Prof. Henrikje Stanze/Hochschule Bremen
  • Was steckt hinter den Sterbewünschen?; Referentin: Frau Friederike Busse/Diakonie Niedersachsen
  • Was bedeuten Sterbeformen für die Begleitung in der Einrichtung?; Referent: Herr Dirk Müller

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Herr Dr. Sven Schwabe über ein online Tool eine interaktive Fallgeschichte vor, in der die Teilnehmenden ihre eigene Haltung zum Umgang mit Sterbewünschen reflektieren konnten.