Wer hilft mir, wenn ich sterbe? Broschüre in Leichter Sprache in. 2. Auflage veröffentlicht

Pünktlich zum neuen Jahr haben der Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen (HPVN) und der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachen (LSHPN) die Broschüre „Wer hilft mir, wenn ich sterbe?“ in der zweiten Ausgabe veröffentlicht. Die Broschüre vermittelt Informationen in Leichter Sprache zu Fragen des Sterbens, zu Wünschen am Lebensende und zur Hospizarbeit und Palliativversorgung.
Da die erste Auflage bereits früh vergriffen war und uns wertvolle Tipps zur Weiterentwicklung der Broschüre erreichten, haben wir uns für eine Neuauflage in größerer Stückzahl entschieden. Die Broschüre steht ab sofort zum Download bereit und kann auch postalisch bezogen werden (Mail an: info@hospiz-palliativ-nds.de ).
Zusätzlich zur Broschüre wurde ein Flyer für Hospizvereine entwickelt, der ebenfalls kostenlos über unsere Homepage heruntergeladen werden kann. Die Hospizvereine können diesen mit ihren eigenen Kontaktdaten versehen und in ihrer Region nutzen.
Beide Dokumente stehen hier zum Download bereit.
Beide Dokumente wurden in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe in Kooperation mit Betroffenen und der Niedersächsischen Arbeitsgruppe „Hospizarbeit und Palliativversorgung für Menschen mit Beeinträchtigungen“ entwickelt. Der Flyer und die Broschüre wurden durch Spendengelder der NDR-Aktion Hand-in-Hand für Norddeutschland finanziert, wofür wir nochmals ganz herzlich danken möchten.

Weltgedenktag für alle verstorbenen Kinder am 9. Dezember 2018

Seit 1996 lädt die amerikanische Initiative „Weltweites Kinderleuchten“ alle betroffenen Menschen auf der ganzen Welt ein, ihren verstorbenen Kindern, Geschwistern und Enkeln zu gedenken. Dazu stellen alle Angehörigen um 19:00 Uhr ein Licht in ihre Fenster, mit der Idee, dieses um die Welt gehen zu lassen. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet. So leuchtet durch die Zeitverschiebung symbolisch einmal ein leuchtendes Band um die ganze Welt. Mit diesem Ritual soll an alle verstorbenen Kinder erinnert werden, dass sie nicht vergessen sind und ihr Licht für immer scheine. Die sich damit verbindende weltweite Solidarität unter den Betroffenen soll gerade in der sensiblen Weihnachtszeit Trost und Hoffnung spenden.

Gelungener Festakt zur Unterzeichnung der „Charta zur Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen“

Am 29.11.2018 lud der LSHPN in Kooperation mit der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen zu einem großen Festakt anlässlich der Unterzeichnung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ in die Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover ein.
Gleich 29 namhafte niedersächsische Institutionen und Organisationen haben an diesem Nachmittag die Charta unterzeichnet und damit ein klares gemeinsames Zeichen gesetzt, die gesellschaftliche, politische und soziale Herausforderung eines würdevollen Sterbens in Hinblick auf den demografischen Wandel anzunehmen.
Beide großen Kirchen, der Landesverband der Muslime, der Landesverband der jüdischen Gemeinden, alle Wohlfahrtsverbände, Vertreter des niedersächsischen Landtages,  des Hausarztverbandes, der Apothekerkammer, der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände sowie der Hochschule Hannover und viele mehr gehörten zu den Unterzeichnern der Charta.
Einleitende Grußworte von Landesbischof Dr. Christoph Meyns und der Sozialministerin Carola Reimann gaben der Veranstaltung einen festlichen Auftakt. Unterhaltsame und kurzweilige Talkrunden mit prominenten Gästen wie Martin Kind, Präsident von Hannover 96, der ehemaligen Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer und dem Industriefotographen Manfred Zimmermann lockerten die Veranstaltung auf. Die beiden Musiker Imke Marks an der Orgel und Jürgen Kathmann am Saxophon unterstützten mit ihrer Musik diesen gelungenen Nachmittag.

Bundesverfassungsrichter a.D. Prof. di Fabio informiert über rechtsstaatlichen Umgang mit existenziellen Notlagen

Am 14.11. fand im Friederikenstift Hannover eine Vortragsveranstaltung mit dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio statt mit dem Titel: „Grenzgang des Verfassungsrechts: Selbstbestimmung und Würde in existentiellen Notlagen“. Über 70 Teilnehmende waren der Einladung der DGP Ländervertretung Niedersachsen/Bremen und des Landesstützpunktes Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen gefolgt und lauschten der pointiert-vorgetragenen Argumentation zur aktuellen Rechtslage in Deutschland.
Prof. di Fabio begründete sein Gutachten für das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, in dem er die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG)kritisiert. Das BVerwG hatte 2017 geurteilt, dass unheilbar Kranke in Ausnahmefällen einen Anspruch auf eine Substanz zur Selbsttötung haben und diese vom Staat zur Verfügung gestellt bekommen müssten. Nach Auffassung di Fabios übersteige das BVerwG mit dieser Entscheidung seine Kompetenzen, da die Rolle des Staates beim assistierten Suizid nicht von der Judikative definiert werden dürfe, sondern vom Gesetzgeber selbst demokratisch festzulegen ist. Er empfahl daher dem Bundestag zu dieser Frage eine Diskussion zu initiieren und seine Verantwortung diesbezüglich wahrzunehmen. Tatsächlich scheinen derzeit allerdings die Entscheidungsträger auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum §217 StGB zu warten.
Vielen Dank an Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio für den fesselnden Vortrag und allen Teilnehmenden für Ihr Interesse und die rege Diskussion.

Bundesrahmenvereinbarung zur SAPV in Vorbereitung

Die Spezialisierte ambulanten Palliativversorgung (SAPV) soll mittels eines bundeseinheitlichen Zulassungsverfahrens neu geregelt werden. Ziel ist es, die SAPV-Verträge aus dem Wettbewerbsrecht herauszunehmen, weil ansonsten neue SAPV-Verträge einer europaweiten Ausschreibungspflicht unterlägen. Dies hätte möglicherweise negative Effekte auf die Qualität und die Flächendeckung der Versorgung. Die neue Rahmenvereinbarung soll unter Einbeziehung der Fachverbände bis zum 30.09.2018 erarbeitet werden.

Weitere Infos: https://www.dgpalliativmedizin.de/neuigkeiten/sapv-und-aapv.html

Weltärztebund lehnt Tötung auf Verlangen weiterhin ab

Bei der letzten Generalversammlung in Reykjavik Anfang Oktober hat der Weltärztebund sein Nein zur Tötung auf Verlangen und zur Beihilfe zum Suizid bekräftigt. Die kanadische sowie niederländische Ärztekammer hatten den Weltärztebund aufgefordert, eine neutrale Position gegenüber aktiver Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid einzunehmen, was der Weltärztebund wiederholt ablehnte.

Weitere Infos: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98406/Weltaerztebund-lehnt-Toetung-auf-Verlangen-weiter-ab

Kooperationsvertrag zwischen dem LSHPN und der Hospiz Stiftung Niedersachsen

Der LSHPN hat gemeinsam mit der Hospiz Stiftung Niedersachsen zum 1. Oktober 2018 einen Kooperationsvertrag geschlossen. Inhalte dieser Kooperation sind im Speziellen die wechselseitige Teilnahme an Veranstaltungen sowie die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die Vereinbarung sieht weiterhin einen gegenseitigen Informationsaustausch über laufende Veranstaltungen und Aktivitäten in Niedersachsen vor. Darüber hinaus soll es einmal pro Jahr einen inhaltlichen Austausch zu aktuellen Themen und zur Weiterentwicklung der Kooperation geben.
Der LSHPN freut sich sehr auf die gemeinsame Zusammenarbeit und hofft, damit einen weiteren wichtigen Beitrag zu der Enttabuisierung des Themas Sterben, Tod und Trauer leisten zu können.

Hospizstiftung würdigt vernetzte Versorgung am Lebensende – Niedersächsischer Hospizpreis an sechs herausragende Organisationen vergeben

Am Samstag, den 20.Oktober, hat die Niedersächsische Hospizstiftung im Schloss Osnabrück zum vierten Mal den Niedersächsischen Hospizpreis vergeben. Ausgezeichnet wurden Hospizdienste und Einrichtungen des Gesundheitswesens, die innovative und umfassende Formen der Kooperation im Bereich der Hospizarbeit und Palliativversorgung initiiert und umgesetzt haben.
Im Beisein von Sozialministerin Dr. Carola Reimann und vieler weiterer prominenter Gäste wurden insgesamt sechs aus über 30 Initiativen für den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Preis ausgewählt. In den beiden je dreiköpfigen Jurys waren mit PD Dr. Michael Coors, Rosemarie Fischer und Dr. Sven Schwabe auch drei Vertreter*innen des Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen beteiligt. Die Zucchini Sistaz sorgten mit ihrer verspielt-hinreißenden Musik für eine lebendige Untermalung der Preisverleihung.
Die Gewinner in den beiden Kategorien lauten wie folgt:

Kategorie „Ehrenamt“

Osnabrücker Hospiz e.V. / Ambulanter Hospizdienst (Platz 1)

Stiftung Hospizdienst Oldenburg / Ambulanter Hospizdienst (Platz 2)
Ambulante Hospizdienst „Aufgefangen“ e.V. im ev. Luth. Kirchenkreis Ronnenberg (Platz 3)

Kategorie „Einrichtung des Gesundheitswesens“

Rotenburger Werke der Inneren Mission (Platz 1)

Altenzentrum Karl Flor, Bethel im Norden, Hannover (Platz 2)
Johannesstift Dörpen und Papenburg – Palliativstützpunkt nördliches Emsland (Platz 3)

Verleihung des Niedersächsischen Hospizpreises am 20. Oktober 2018

Zum 4. Mal vergibt die Hospiz Stiftung Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung den Niedersächsischen Hospizpreis, um den sich in diesem Jahr 19 Hospizvereine, -initiativen und –gruppen sowie 14 Pflege- und Gesundheitseinrichtungen Niedersachsens beworben haben. Ende September hat die fachkundige Jury getagt und unter den Kandidaten die Preisträger ermittelt. Geehrt werden Vereine und Einrichtungen, die mit ihren Innovationen die Hospizkultur leben und zu einer besseren Vernetzung in der alltäglichen Versorgung schwerstkranker Menschen beitragen.
Der Preis ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert und wird am 20. Oktober in der Schlossaula der Universität Osnabrück in Anwesenheit der Niedersächsischen Sozialministerin Frau Dr. Carola Reimann, des ehemaligen Bundesinnenministers und Schirmherrn der Hospiz Stiftung Herr Dr. h.c. Rudolf Seiters und der Bürgermeisterin von Osnabrück Frau Birgit Strangmann verliehen.

PM – Weil Sterben zum Leben gehört