
Für sein herausragendes und langjähriges Engagement für das Gemeinwohl ist Dr. Rainer Prönneke von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Die Ehrung wurde am Mittwoch der vergangenen Woche im Rahmen einer Feierstunde im Altstadt-Rathaus Braunschweig vom Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum überreicht.
Seit rund vier Jahrzehnten engagiert sich Dr. Rainer Prönneke, Chefarzt für Innere Medizin und Palliatiativmedizin i. R., auf lokaler sowie auf Landes- und Bundesebene in der Hospiz- und Palliativarbeit. Sein Wirken ist geprägt von einer tief verankerten Humanität und einem klaren inneren Kompass, der – wie Laudator Ulrich Domdey, ehemaliger Vorsitzender des Landesstützpunktes Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen e.V. betonte – stets den Menschen in den Mittelpunkt stellt: „Zuerst die Kranken und nicht das Rampenlicht.“
Darüber hinaus dankte er auch der Familie und den Freundinnen und Freunden von Prönneke ausdrücklich. Sie haben sein langjähriges und zeitintensives Engagement über viele Jahre hinweg getragen und unterstützt. Zugleich machte Domdey deutlich, dass die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes als Zwischenmotivation dienen solle, da Prönnekes Unterstützung noch benötigt wird: Das Ziel einer flächendeckenden, menschenwürdigen Begleitung am Lebensende sei noch nicht erreicht.
Bereits während seines Medizinstudiums entwickelte Dr. Rainer Prönneke ein besonderes Interesse für die Hospizarbeit- und Palliativmedizin. Angetrieben wurde dieses frühe Engagement von dem Wunsch, zu verhindern, dass Menschen qualvoll oder einsam sterben müssen. Im Jahr 1992 gründete er hospizlich-palliativmedizinische Versorgungsstrukturen in Salzgitter, ab 2005 baute er die palliativmedizinische Einheit am Braunschweiger Marienstift auf und leitete diese bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im vergangenen Jahr.
Über seine klinische Tätigkeit hinaus hat Prönneke die Hospizbewegung und die Palliativversorgung seit ihren Anfängen maßgeblich geprägt. Er war an der Gründung, Beeinflussung und Förderung zentraler Strukturen beteiligt, darunter die Hospiz Landesarbeitsgemeinschaft Niedersachsen – Vorgängerin des heutigen Hospiz- und Palliativverbandes Niedersachsen – sowie die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. Zudem brachte er seine Expertise in zahlreiche Arbeitsgruppen, Gremien und Ausschüsse ein.
Ein besonderer Schwerpunkt seines ehrenamtlichen Engagements liegt in der Qualifizierung von Ehrenamtlichen und Fachkräften. Dr. Rainer Prönneke war an der Gründung der Akademie für Palliativmedizin beteiligt und engagiert sich seit vielen Jahren als Dozent in der Weiterbildung Palliativmedizin für Pflegende, Apotheker, Seelsorger und Ärzte. Damit leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung und nachhaltigen Weiterentwicklung der palliativen Versorgung.
Sein Handeln folgt stets dem Anspruch, Menschen in ihrer Würde zu begegnen, An- und Zugehörigen Trost zu ermöglichen sowie haupt- und ehrenamtlich Tätige in ihrer herausfordernden Arbeit zu stärken.
Prönneke engagiert sich, wo Menschen in Not sind. Dazu zählt unter anderem auch das Projekt IGLU, in dem Menschen in Obdachlosigkeit einen niedrigschwelligen Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten.
„Ich war Gast im Leben vieler Menschen, auch in ihrer letzten Lebensphase. Trotzdem ist das Phänomen Tod mir unbegreiflich und beunruhigend geblieben“ brachte Dr. Rainer Prönneke zum Ausdruck. Sein Antrieb ist es, hilflose Menschen ohne Lobby – besonders in ihrer schwächsten Zeit – nicht allein zu lassen.
Sein Handeln orientiert sich an klaren Leitmotiven: hinsehen, aufsuchen, Respekt zeigen, füreinander einstehen. Das Konzept der sorgenden Gemeinschaft versteht Prönneke dabei als zentrale Zuversichtsperspektive für die Zukunft. Leitend ist für ihn das Zitat von Hermann Hesse: „Das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“
Im November 2024 hat Dr. Rainer Prönneke den ehrenamtlichen Vorstandsvorsitz des Landesstützpunktes Hospizarbeit – und Palliativversorgung Niedersachsen e.V. übernommen.

