Die letzte Lebensphase im eigenen Zuhause oder in vertrauter Umgebung zu verbringen, wünscht sich ein Großteil der Menschen. Tatsächlich kommt es aber gerade am Lebensende sehr häufig noch zu einer Aufnahme ins Krankenhaus – oft infolge von Notfalleinweisungen, weil die Versorgung, Betreuung und Begleitung im häuslichen Bereich durch die An- und Zugehörigen zu herausfordernd sind. Dieses entspricht zumeist weder dem Wunsch der Betroffenen noch den Grundsätzen einer palliativen Versorgung. Genau hier setzt das Hamburger Pilotprojekt NotfallPalli an.
Seit Mai 2026 ist in Hamburg ein spezialisiertes palliatives Notfallteam im Einsatz, das schwerstkranke Menschen im häuslichen Umfeld sowie in Pflegeeinrichtungen versorgt. Die multiprofessionellen Teams aus palliativmedizinisch qualifizierten Ärztinnen, Ärzten und Pflegefachkräften können durch den Rettungsdienst, den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder beteiligte Kliniken hinzugezogen werden – insbesondere dann, wenn eine Krankenhauseinweisung nicht gewünscht oder medizinisch nicht angezeigt ist. Ziel ist es, unnötige Klinikaufenthalte zu vermeiden und eine Versorgung im vertrauten Umfeld zu ermöglichen.
Innerhalb von 72 Stunden erfolgt eine strukturierte Einschätzung des weiteren Versorgungsbedarfes. Dabei werden individuelle Lösungen entwickelt – von der hausärztlichen Weiterbetreuung über die Einbindung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) bis hin zu einer möglichen Aufnahme in ein Hospiz oder auf eine Palliativstation.
Das Projekt zeichnet sich durch eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure aus: Einrichtungen der Hospiz- und Palliativversorgung, Rettungsdienste, Hausärzteschaft, Kliniken sowie die Sozialbehörde arbeiten hier sektorenübergreifend zusammen. Wissenschaftlich begleitet wird NotfallPalli durch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, nachhaltige und tragfähige Modelle einer palliativen Notfallversorgung zu entwickeln.
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