Kontakt
05141-2196986

Projekt „Zeitpolster“ startet in Deutschland: noch Modellregion gesucht

Einfache Unterstützung im Alltag leisten und gleichzeitig für die eigene Zukunft vorsorgen – dieses Prinzip steht im Zentrum des Projekts „Zeitpolster“, das nach acht erfolgreichen Jahren in Österreich nun auch in Deutschland an den Start geht. Gefördert durch den Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) wird damit ein innovativer Ansatz erprobt, der freiwilliges Engagement mit sozialer Vorsorge verbindet.

Angesichts des demografischen Wandels gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung: Rund drei Millionen Menschen in Deutschland sind heute 85 Jahre oder älter – mit steigender Tendenz. Viele von ihnen wünschen sich, möglichst lange selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben zu können. Gleichzeitig stoßen familiäre Netzwerke und professionelle Versorgungsstrukturen zunehmend an ihre Grenzen. Genau hier setzt „Zeitpolster“ an.

Im Kern basiert das Modell auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip: Zeit wird zur Währung. Freiwillige unterstützen ältere oder hilfsbedürftige Menschen im Alltag – etwa beim Einkaufen, bei Arztbesuchen oder durch soziale Begleitung. Für jede geleistete Stunde erhalten sie eine Gutschrift auf ihrem persönlichen Zeitkonto, die sie später bei eigenem Unterstützungsbedarf einlösen können.

Über die konkrete Alltagshilfe hinaus entfaltet das Modell eine weitergehende Wirkung: Es stärkt lokale Gemeinschaften, bringt Generationen zusammen und kann Einsamkeit reduzieren. Gleichzeitig werden pflegende Angehörige entlastet und neue Zielgruppen für freiwilliges Engagement erschlossen – insbesondere Menschen, die sich bislang nicht ehrenamtlich eingebracht haben.

Der Start in Deutschland erfolgt zunächst in zwei sogenannten Leuchtturmregionen. Den Auftakt macht der Landkreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen, wo das Projekt im Juli beginnt. Eine zweite Region ist aktuell in Vorbereitung. Ziel ist es, das Modell schrittweise auszuweiten und langfristig tragfähige Strukturen für eine gemeinschaftsbasierte Unterstützung im Alltag zu etablieren.

Mit „Zeitpolster“ wird ein Ansatz erprobt, der Versorgung neu denkt: als Zusammenspiel von Engagement, Vorsorge und lokaler Verantwortung. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Selbstbestimmung, Teilhabe und sozialer Vernetzung im Alter auch im Sinne von Caring Communities.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter zeitpolster.com.