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Rückblick zur Fortbildung: „Sicherheit gewinnen im Umgang mit Todeswünschen in der Hospizarbeit und Palliativversorgung“

In Kooperation mit: Bischöfliche Stiftung Gemeinsam für das Leben, Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen e. V. (HPVN)

„Ich hatte oft ein Gefühl der Beklemmung, wenn mir ein Mensch sagte: ‚Lasst mich doch einfach friedlich einschlafen.‘ In dieser Fortbildung habe ich gelernt, dass ich so einen Wunsch nicht ausreden muss – und wie ich behutsam darauf reagieren kann.“
Mit diesen Worten beschreibt eine Teilnehmerin der zweitägigen Fortbildung, die am 20. und 21. Juni 2025 im Stephansstift Hannover stattgefunden hat. Eingeladen hatte der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen in Kooperation mit dem Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen, die Bischöfliche Stiftung Gemeinsam für das Leben hat die Fortbildung finanziell gefördert.
22 Teilnehmende – Haupt- und Ehrenamtliche aus der ambulanten Hospizarbeit und aus stationären Hospizen setzten sich gemeinsam mit einem Thema auseinander, das viele begleitet und doch oft sprachlos macht: Todeswünsche. Was meinen Menschen, wenn sie solche Wünsche äußern? Was steckt dahinter – und wie können wir angemessen und achtsam reagieren?
Mit hoher fachlicher Kompetenz führten Priv.-Doz. Dr. Kerstin Kremeike, Forschungsgruppenleitung am Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln, und Rabea Sandt M.A., Pädagogische Leitung der Weiterbildung Pflege in der Onkologie (DKG), durch die beiden Tage.
Die Teilnehmenden erhielten zunächst fundiertes Wissen zur aktuellen Rechtslage, zu Rechtsfolgen und Sorgfaltspflichten im Kontext von Todeswünschen und assistiertem Suizid. Wichtige Begriffe wurden erläutert und rechtlich eingeordnet – eine Grundlage, die vielen Sicherheit im eigenen Handeln gab. Darüber hinaus ging es um die vielfältigen Motive hinter Todeswünschen: Sind sie Ausdruck von Schmerz, Angst, Kontrollverlust oder existenzieller Einsamkeit? Gemeinsam wurden Erfahrungen aus der Praxis gesammelt und reflektiert. In Kleingruppen und im Plenum konnten die Teilnehmenden sich intensiv mit der eigenen Haltung auseinandersetzen – und dabei auch entdecken, wie sehr diese die Reaktion auf Todeswünsche prägt. Besonders wertvoll waren die Übungen zur Gesprächsführung: Wie kann ich reagieren, ohne zu bewerten? Welche Worte sind hilfreich – und welche eher nicht? Wie halte ich die Spannung aus zwischen Zuhören, Ernstnehmen und Begleiten?
So verließen die Teilnehmenden die Fortbildung mit mehr Sicherheit, einem geschärften Blick im Umgang mit Todeswünschen. Die Mischung aus theoretischem Input, Raum für persönliche Reflexion, konkreten Handlungsimpulsen und Austausch haben die Teilnehmenden im Anschluss als sehr bereichernd für ihre hauptberuflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten beschrieben.