Hospiz- und Palliativnetzwerke nach § 39d SGB V
Hospiz- und Palliativnetzwerke leisten einen zentralen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Mit der gesetzlichen Verankerung in § 39d SGB V wurde ein Rahmen geschaffen, der die regionale Vernetzung, Koordination und Weiterentwicklung der Angebote in der Hospiz- und Palliativversorgung gezielt stärkt.
Ziele der Netzwerke
Ziel der Hospiz- und Palliativnetzwerke ist es, die Zusammenarbeit aller an der Versorgung beteiligten Akteur*innen auf der systemischen (Care Management) Ebene zu fördern und die Versorgung für Menschen am Lebensende und ihre Zugehörigen bedarfsgerecht, abgestimmt und zugänglich zu gestalten. Dazu gehören insbesondere:
- Verbesserung der Koordination zwischen ambulanten, stationären und beratenden Versorgungsangeboten
- Förderung der interprofessionellen Zusammenarbeit
- Stärkung der regionalen Versorgungsstrukturen
- Unterstützung von Informations- und Beratungsangeboten
- Weiterentwicklung der Versorgungsqualität
- Vermittlung und Organisation von interdisziplinären Fort- und Weiterbildungsangeboten in der Region
Im Mittelpunkt steht dabei stets die bestmögliche Begleitung schwerstkranker Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation.
Die Netzwerke sollen dabei keine zusätzlichen Versorgungsleistungen erbringen, sondern insbesondere die Zusammenarbeit, Abstimmung und Weiterentwicklung der bestehenden Angebote unterstützen und damit Über-, Unter- und Fehlversorgung sowie Versorgungsabbrüche verhindern.
Rechtliche Grundlagen und Mindestanforderungen
Die Förderung von Hospiz- und Palliativnetzwerken ist in § 39d SGB V geregelt. Voraussetzung für eine Förderung ist unter anderem:
- ein klar definierter regionaler Bezug
- die Beteiligung relevanter Akteur*innen der Hospiz- und Palliativversorgung (z. B. ambulante Hospizdienste, stationäre Hospize, SAPV-Teams, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, niedergelassene Ärzt*innen)
- eine verbindliche, neutral arbeitende Koordinationsstruktur
- die Durchführung regelmäßiger Netzwerktreffen
- Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und Transparenz
- die Sicherstellung von Informations- und Kommunikationsstrukturen
- Neutrale und umfassende Aufklärung der Öffentlichkeit über die Versorgungsangebote
Projekt HPN Nordwest
Außerdem wird die Umsetzung und Weiterentwicklung von regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerken auf Bundes- und Landesebene gestärkt. Für die Bundesländer Niedersachsen und Bremen wurde das Projekt HPN Nordwest ins Leben gerufen. Dieses Kooperationsprojekt des Hospiz- und PalliativVerbandes Bremen e.V. (HPV Bremen), des Landesstützpunktes Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen e.V. (LSHPN) sowie des Hospiz- und PalliativVerbandes Niedersachsen e.V. (HPVN) wird durch den Verband der Privaten Krankenversicherungen e.V. (PKV-Verband) gefördert.
Es unterstützt den Aufbau, die Vernetzung und die fachliche Begleitung regionaler Netzwerke auf Bundes- und Landesebene und trägt dazu bei, Strukturen nachhaltig zu stärken und weiterzuentwickeln.
Weitere Informationen finden Sie beim Projekt HPN Nordwest sowie beim Deutschen Hospiz- und PalliativVerband Deutschland e.V. (DHPV)
Arbeitsgruppen für Niedersachsen und Bremen
Arbeitsgruppe für Niedersachsen und Bremen
Sie sind interessiert an einem fachlichen Austausch der Netzwerkarbeit auf Landesebene, weil Sie ein regionales Netzwerk koordinieren oder vielleicht einen neuen Förderantrag für Ihre Region in Niedersachsen planen? Dann informieren Sie sich hier.
Weiterführende Literatur
Weiterführende Literatur
Weiterführende Links
Weiterführende Links
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Deutscher Hospiz- und PalliatvVerband e.V. (DHPV)
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