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Welttag Suizidprävention am 10. September

Jedes Jahr am 10. September steht der Welt-Suizidpräventionstag im Zeichen der Aufklärung und des Engagements für Menschen in psychischen Krisen.

In Deutschland nehmen sich jährlich über 10.000 Menschen das Leben. Dabei steigt die Suizidrate mit zunehmendem Alter deutlich an: Im Jahr 2023 wurden 42 % der Suizide von Personen über 65 Jahren begangen. Bei den über 80-Jährigen war die Rate sogar noch höher.
In der Alten- und Eingliederungshilfe ist die Suizidprävention eine zentrale Herausforderung, da hier Menschen begleitet werden, die sich häufig in besonders vulnerablen Lebenssituationen befinden. Sterbewünsche und Suizidgedanken können dabei Ausdruck von Isolation, Überforderung oder fehlender Perspektive sein.
Suizidprävention in der Alten- und Eingliederungshilfe braucht fachlichen Austausch, ethische Orientierung, strukturelle Verankerung und multiprofessionelle Vernetzung – über Träger- und Sektorengrenzen hinweg.

Auch besonders in der Hospiz- und Palliativversorgung spielt das Thema Suizidprävention eine zentrale Rolle. Hier begegnen Fachkräfte täglich Menschen, die mit schwerer Krankheit, Schmerz und existenziellen Ängsten konfrontiert sind.
Suizidgedanken können bei schwerstkranken Menschen Ausdruck sein von Verzweiflung, Angst vor dem Sterben oder dem Gefühl, eine Belastung für Angehörige zu sein. Die Hospiz- und Palliativversorgung hat hier eine besondere Verantwortung: Sie bietet nicht nur medizinische und pflegerische Betreuung, sondern auch emotionale, psychologische und spirituelle Begleitung.

Was jeder tun kann

  • Hinschauen und zuhören: Oft sind es kleine Signale, die auf eine Krise hindeuten. Ein einfaches „Wie geht es Ihnen wirklich?“ kann Türen öffnen.
  • Professionelle Hilfe einbeziehen: Palliativteams arbeiten eng mit Psychologen, Seelsorgern und Sozialarbeitern zusammen, um Betroffene und Angehörige zu entlasten.
  • Tabus brechen: Über Suizidgedanken zu sprechen, entlastet – und ist kein Auslöser, sondern oft der erste Schritt zur Hilfe.

Unterstützung für Angehörige
Auch Familien und Freunde brauchen in dieser Zeit Begleitung. Schulungen und Beratungsangebote helfen, Warnsignale zu erkennen und Betroffene zu stabilisieren.

Gemeinsam können wir Leben retten. Der Welt-Suizidpräventionstag erinnert uns daran, dass jeder Mensch – unabhängig von seiner Lebenssituation – Würde und Unterstützung verdient. In der Hospiz- und Palliativversorgung bedeutet das: Niemand muss allein bleiben.

Weiterführende Hilfe:
Telefonseelsorge: https://www.telefonseelsorge.de/
0800 111 0 111 (evang.)
0800 111 0 222 (kath.)
116 123

https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

https://www.suizidpraevention.de/