Trauerarbeit

Das Niedersächsische Sozialministerium fördert in diesem Jahr erstmals gezielt die Trauerarbeit und unterstützt den Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen e.V. (LSHPN) zusätzlich mit 100.000 Euro. Mit dem Geld sollen Fortbildungsseminare, Vernetzungstreffen sowie inhaltliche Fachtage zum Thema Trauerarbeit im hospizlichen und palliativen Ehrenamt initiiert und gefördert werden.
Trauerarbeit ist bei der Versorgung Sterbender und deren Angehörigen nicht mehr wegzudenken. Bisher allerdings wurde Trauerarbeit als präventive Ergänzung zur Sterbebegleitung verstanden und insofern auch nicht gefördert. In Folge dessen ist der Wissensstand in den einzelnen Hospizvereinen um Techniken und Strategien sehr unterschiedlich. Daher ist das Anliegen des Landesstützpunktes mit diesem Trauerprojekt, das Ehrenamt durch ein vielfältiges Fortbildungsangebot zu stärken und bezüglich der Trauerarbeit weiter zu professionalisieren.

LSHPN-Aktivitäten

LSHPN-Aktivitäten

Häufig gestelle Fragen

Was ist Trauer?

Trauer ist ein natürlicher Prozess, der durch den Verlust eines geliebten Menschen ausgelöst wird und sich in den unterschiedlichsten Gemütsstimmungen widerspiegelt. Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, Schuld, Angst, Wut, Verzweiflung, Liebe, Dankbarkeit aber auch Glück wechseln sich im Trauerprozess ab. Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Appetitmangel, depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen sind typische Beschwerden, die den Menschen in seiner akuten Trauerzeit bestimmen können.

Jeder Mensch trauert anders. Die Zeit des Trauerns kann unterschiedlich lange anhalten und auf ganz individuelle Art durchlebt werden. Dabei besitzt jeder Mensch Selbstheilungskräfte, die es ihm ermöglichen, seine psychische Gesundheit nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen aus eigener Kraft wiederherzustellen, ohne dass es zwingend einer professionellen Unterstützung bedarf. In der heutigen Trauerforschung kommt man zunehmend von der Annahme ab, dass der Bewältigungsprozess der Trauer in Phasen verläuft und am Ende dann auch abgeschlossen ist. Der klinische Psychologe Prof. George Bonanno spricht daher von einem Trauerprozess, den der Trauernde in Wellen positiver und negativer Gefühle durchlebt. Der Mensch pendelt zwischen schmerzvollen Gefühlen des Verlustes und kraftspendenden Erfahrungen und Erlebnissen hin und her, wobei die positiven Momente wichtige heilsame Elemente im Trauererleben darstellen. Trauer bewusst zu durchleben, ihr Raum zu geben und sie auszudrücken und nicht zu verdrängen, ist wichtig, um den Verlust des Verstorbenen verarbeiten zu können. „Trauern ist die Lösung, nicht das Problem“ (Chris Paul).

Welche Angebote der Trauerbegleitung gibt es?

Trauernde Menschen können in ihrem Trauerprozess kompetente und qualifizierte Unterstützung in Form von Trauerbegleitung erfahren.
In Einzelgesprächen, Trauergruppen, Trauercafés und individuellen Angeboten finden trauernde Menschen in einem geschützten Rahmen wertvollen und respektvollen Austausch. Hierbei bieten die regional ansässigen ambulanten Hospizdienste fachkundige Unterstützung.
Regionale Angebote finden Sie unter Wegweiser – Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur.
Trauernde können aber auch mit qualifizierten Trauerbegleiter:innen, die über den Bundesverband Trauerbegleitung e.V. gelistet sind, kompetente Unterstützung finden Angebote für Trauernde | Bundesverband Trauerbegleitung (bv-trauerbegleitung.de), um Gefühle wahrzunehmen, Abschiedsrituale zu entwickeln und der Trauer auf ganz individuelle Art Ausdruck zu verleihen.